Neue Container-Drehscheibe in Budapest

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Neue Container-Drehscheibe in Budapest

Budapest liegt im Herzen Europas. Wichtige Bahnverbindungen zwischen dem Hinterland und den Seehäfen der Nord- und Ostsee sowie dem Mittelmeer kreuzen hier, Verkehrsadern zwischen West- und Ost-, zwischen Nord- und Südeuropa treffen sich. Die HHLA-Bahntochter Metrans hat in Budapest vor Kurzem ihren vierten Hub-Terminal eröffnet.

Von der Nord- und Ostsee bis zur Adria, von Duisburg bis ins polnische Posen oder in das slowakische Dunajska Streda hat sich das Netzwerk der HHLA-Bahntöchter inzwischen ausgedehnt. Dazu gehören mittlerweile 13 eigene Terminals im Binnenland. Fünf von ihnen sind Hub-Terminals, die als Drehscheiben für direkte Shuttlezug-Verbindungen von und zu den Häfen dienen. Die jüngste dieser Anlagen wurde kürzlich in der ungarischen Hauptstadt Budapest eingeweiht.

Anlässlich der Eröffnungszeremonie bezeichnete die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath den Standort Budapest  als „strategischen Knotenpunkt und ideale Schnittstelle für die wichtigsten Transportkorridore Europas“. 

Für Ungarns Im- und Export ist die Bahn der wichtigste Verkehrsträger. Die zwischen dem Hamburger Hafen und Ungarn in Containern transportierten Waren wurden 2016 zu mehr als 90 Prozent auf der Schiene gefahren. Auch deshalb hat der neue Terminal in Budapest gut zu tun: 14 Zugpaare pro Woche fertigen die 176 Beschäftigten derzeit ab. Ein weiterer Grund: Die gute Anbindung des Terminals in Budapest an die beiden Adriahäfen Koper und Triest. Die Containerzüge werden auf sechs jeweils 650 Meter langen Gleisen von zwei Portalkränen bearbeitet. Knapp 250.000 Standardcontainer (TEU) könnte der Terminal jährlich umschlagen, das sind rund 250 Züge im Monat.

Budapest ist wie die Metrans-Terminals in Prag, Ceska Trebova und Dunajska Streda sowie der Polzug-Terminal in Posen ein Hub- und Shuttle-Terminal. Sein wesentlicher Vorteil ist, dass die hier abgefertigten Shuttlezüge mit sehr hoher Taktung zwischen Seehafen und Hinterland pendeln. Anschließend transportieren weitere Züge die Ladung zwischen den Hub-Terminals und kleineren Inland-Terminals. Erst den verbleibenden Rest der Strecke übernimmt dann meist der Lkw.

Führend unter den europäischen Häfen mit guter Bahnanbindung ist Hamburg. Nirgends gibt es so viele Verbindungen ins Hinterland wie von hier. Insgesamt können die Kunden aus rund 400 Verbindungen pro Woche wählen. Beispielsweise pendeln allein zwischen Hamburg und Prag jede Woche knapp 40 Shuttlezüge, während Europas Hafen-Primus Rotterdam nur sieben wöchentliche Abfahrten nach Tschechien und in die Slowakei bieten kann. Deshalb profitiert auch der Hamburger Hafen von der Stärke der HHLA-Bahntöchter, die 2016 insgesamt knapp 1,1 Millionen TEU transportiert haben. Ihre umweltschonenden Zugverbindungen in hoher Taktung binden Ladung an Hamburg.

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Verladung von ungarischen Export-Containern auf einen Shuttlezug. Feierliche Eröffnung des Terminals Budapest: Peter Kiss, Vorstandsvorsitzender von Metrans Danubia (v.l.n.r.), und die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath mit ungarischen Lokalpolitikern. Zwischen Hamburg und Ungarn fahren Container zu 90 Prozent auf der Schiene. In der Kanzel eines Bahnkrans: 14 Zugpaare pro Woche fertigen die 176 Beschäftigten derzeit ab. Ein Reachstacker verlädt Container für die letzte Meile auf den Lkw. Das Prinzip Hub-and-Shuttle: Der Hub-Terminal (MItte) wird durch hochfrequente Shuttlezüge an den Seehafen angebunden und bildet mit kleineren Terminals ein enges Bahn-Netzwerk für das Hinterland.