Nächster Boxenstopp: Hamburg

/ Schwerpunkt

Nächster Boxenstopp: Hamburg

Neue Allianzen in der Containerschifffahrt: Kunden bleiben der HHLA treu. Hamburger Terminals der HHLA werden mit den im April in Kraft getretenen Fahrplänen insgesamt zehn Fernost-Dienste der neuen Bündnisse THE Alliance und OCEAN Alliance abfertigen.

Mitte Mai wird die „MOL Triumph“ der japanischen Reederei Mitsui O.S.K Lines den Hamburger Hafen anlaufen. Ziel des 400 Meter langen Giganten mit Stellplätzen für 20.170 Standardcontainer (TEU) ist der HHLA Container Terminal Burchardkai. Der Anlauf eines der größten Containerschiffe der Welt bestätigt nachdrücklich die Bedeutung Hamburgs als eine der wichtigsten Stationen auf den „Container-Rennstrecken“ zwischen Europa und Fernost. Und das, obwohl sich die Fahrrinnenanpassung der Elbe weiter verzögert.  

Außerdem markiert der Anlauf der MOL Triumph den Start der neuen Reederallianzen in Hamburg. Die Reeder haben sich in neuen Partnerschaften organisiert und in diesem Zuge auch ihre Fahrpläne und Hafenanläufe optimiert. Trotz vieler Veränderungen (zu den Details: siehe Grafik) halten die Kunden der HHLA-Terminals Hamburg die Treue. „Wir wissen dieses Vertrauen zu schätzen“, sagt Thomas Lütje, Direktor Vertrieb der HHLA, „und werden daher unsere besondere Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Das erwarten die Kunden von uns.“

Mit den im April in Kraft getretenen Fahrplänen werden die Hamburger HHLA-Terminals insgesamt zehn Fernost-Dienste der neuen Bündnisse THE Alliance und OCEAN Alliance abfertigen. Zur OCEAN Alliance gehören die Reedereien CMA CGM, OOCL, Cosco Shipping Lines und Evergreen. THE Alliance bilden die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, die mit UASC fusioniert, Yang Ming sowie die drei japanischen Schifffahrtsunternehmen NYK, K Line und MOL. Die japanischen Reeder haben angekündigt, ihr Containergeschäft ab April 2018 ebenfalls gemeinsam zu betreiben. THE Alliance bietet unter anderem den Liniendienst FE2 an, in dessen Rundlauf Megafrachter wie die „MOL Triumph“ eingesetzt werden.

„Unsere Terminals sind auch für die größten Schiffe gut gerüstet“ sagt Thomas Lütje. „Zuletzt konnten wir neue, größere Containerbrücken in Betrieb nehmen, haben den Bahnhof in Altenwerder um zwei Gleise erweitert und bauen das automatisierte Blocklager am Burchardkai aus.“ (siehe dazu den Artikel: Hoch gestapelt)

Die dritte große Allianz 2M kommt ebenfalls nach Hamburg und wird vor allem am Eurogate-Terminal abgefertigt. Sie besteht aus den beiden größten Reedereien Maersk und MSC, die eine umfassende Zusammenarbeit mit Hyundai für die nächsten 3 Jahre vereinbart haben. Durch die Auflösung der bisherigen Allianzen G6, CKYHE und Ocean Three werden statt vormals vier nur noch drei große Bündnisse die Ost-West-Verkehre (Transatlantik, Transpazifik, Asien-Europa) dominieren.

Der Grund für die intensivierte Zusammenarbeit der Reeder ist die herausfordernde Marktsituation, die derzeit von Überkapazitäten und niedrigen Frachtraten bestimmt wird. Diese Situation wird sich durch die wachsende Anzahl von Ultra Large Container Vessel (ULCV) mit Platz für mehr als 18.000 TEU in absehbarer Zeit nicht verbessern. Während Ende 2016 bereits 47 dieser Megafrachter auf den Weltmeeren unterwegs waren, dürfte sich ihre Zahl bis Ende 2019 mehr als verdoppelt haben.

Weil ULCV sich nur bei einer sehr hohen Auslastung rentieren, hoffen die Reeder, sie durch Kooperation in den Allianzen mit ausreichend Ladung zu füllen. Mit einem gemeinsamen Netzwerk können mehr Häfen abgedeckt und die Transitzeiten zwischen den Hafenpaaren verkürzt werden. Den Kunden des Hamburger Hafens werden somit weiterhin viele Möglichkeiten der Anbindung an die Häfen in Fernost und Nordamerika geboten. 

Fotos & Video zum Artikel
Die alten und neuen internationalen Partnerschaften der Reeder. Großcontainerschiffe begegnen sich auf der Elbe. So entwickelte sich die Zahl der Anläufe von Großschiffen im Hamburger Hafen. Ein- und auslaufende Containerschiffe vor dem Container Terminal Altenwerder (CTA).