Durchfahrt bei Grün

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Durchfahrt bei Grün

Ohne größere Störungen wurde die verpflichtende Vormeldung von Lkw-Transporten auf den Hamburger Containerterminals eingeführt. Weil damit die Planbarkeit der Terminalprozesse steigt, kann bald die Abfertigung in gebuchten Zeitfenstern beginnen.

Sie kam nicht überraschend, doch es überraschte viele, wie störungsfrei die verpflichtende Vormeldung von Lkw-Transporten anlief. Zur Frühschicht des 30. Novembers war es so weit: Containertransporte, die nicht von den Lkw-Fahrern oder Fuhrunternehmern vorgemeldet worden waren, wurden nicht auf die Containerterminals gelassen. Doch nur wenige mussten abgewiesen werden.

„Insgesamt hat die Umstellung gut funktioniert“, bilanzierte Heinrich Goller, Direktor Betrieb bei der HHLA, und bedankte sich bei allen Beteiligten: „Dank einer breiten Mitwirkung ist der insgesamt erfolgreiche Wechsel in ein deutlich modernisiertes Lkw-Abfertigungssystem für den Hamburger Hafen gelungen. Die noch bestehenden Lücken und Mängel wollen wir schnellstmöglich beheben und werden sie konzentriert bearbeiten.“

Die einheitliche Vormeldepflicht war von den beiden größten Hamburger Hafenunternehmen, der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Eurogate, gleichzeitig eingeführt worden. Sie wurde notwendig, weil immer mehr große Containerschiffe große Mengen von Containern auf den Terminals umschlagen. Das bedeutet auch, dass viele Lkw die Boxen abholen und bringen. Manche von ihnen konnten früher wegen fehlender Informationen nicht abgefertigt werden und mussten unverrichteter Dinge umkehren. Das verursachte Wartezeiten und unnötigen Ärger.

Jetzt wird schon vorab geprüft, ob alle notwendigen Unterlagen vorliegen. Nur wenn dies der Fall ist, geben die Terminals grünes Licht für den Transport. Die Trucker erhalten zusätzlich aktuelle Statusinformationen zur Durchführbarkeit ihres Transports. Genutzt werden dafür die Datenschnittstelle TR02 in der Version 14 oder eine Webanwendung.

„Das System funktioniert mittlerweile so gut, dass wir einen weiteren entscheidenden Schritt bei der Prozessoptimierung gehen können“, kündigt Goller an. Gemeint ist ein Slotbuchungsverfahren (SBV), das im ersten Halbjahr 2017 eingeführt werden soll. Dann werden gebuchte Zeitfenster (Slots) zur Voraussetzung für die Abfertigung am Terminal. So kann die Lkw-Abfertigung gleichmäßiger über die 24 Stunden eines Tages verteilt werden.

Bisher kommt jeder Lkw nach eigener Planung und ohne Absprache mit dem jeweiligen Terminalbetrieb, weder die Terminals noch die Lkw-Unternehmen oder Fahrer können daher vorhersehen, wie sich die Nachfrage in der Lkw-Abfertigung entwickeln wird. In der Folge entstehen zu bestimmten Zeiten Spitzenbelastungen, die nicht berechenbar sind.

Mit dem SBV soll sich das ändern, denn aus der verfügbaren Terminalkapazität ergibt sich, wie viele Container innerhalb eines bestimmten Zeitfensters abgefertigt werden können. Daraus wird die Anzahl der Slots innerhalb einer Stunde abgeleitet. Diese Slots stehen dann für Transportbuchungen zur Verfügung und werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. So können auch erhöhte Bedarfe rechtzeitig erkannt werden, und die Terminals haben die Möglichkeit, ihre Kapazitäten entsprechend anzupassen.

Im Rahmen des SBV werden vorab Terminabsprachen zwischen den Terminals und Truckern beziehungsweise Fuhrunternehmern getroffen. Beide Partner wissen, wann welche Leistung benötigt wird oder zur Verfügung gestellt werden kann, und beide können planen und effizienter arbeiten. „Das sind wichtige Faktoren, um das Leistungsvermögen des Hamburger Hafens als Gesamtsystem zu steigern“, sagt Heinrich Goller. 

 

Fotos & Video zum Artikel
Auf dem Container Terminal Tollerort (CTT) werden Lkw von Van-Carriern abgefertigt. Ein Fernsteuerer setzt den Container am Container Terminal Altenwerder (CTA) auf den Truck. Dieses Gate am Container Terminal Burchardkai (CTB) müssen alle Containertrucks passieren. Ein Lkw der HHLA-Tochter CTD holt seinen vorgemeldeten Container vom CTB ab.