Brückenverschub auf dem Tollerort

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Brückenverschub auf dem Tollerort

Zwei neue Containerbrücken wurden direkt auf dem Container Terminal Tollerort (CTT) montiert und zum Liegeplatz 5 verschoben. Er ist der dritte HHLA-Liegeplatz für die größten Containerschiffe der Welt. 2017 werden die ersten 20.000-TEU-Schiffe in Hamburg erwartet.

Containerbrücken gibt es viele auf dem HHLA Container Terminal Tollerort (CTT), doch die größte von ihnen schien sich im Frühnebel verirrt zu haben. Weit entfernt von ihrem Standort an der Kaimauer glitt sie durch das Containerlager. Ursache war eine aufwendige Umzugsaktion. Mehr als einen Kilometer weit mussten zwei neue Containerbrücken quer über den gesamten Terminal transportiert werden, denn der Hersteller Liebherr hatte einzelne Module per Straßen- und Schiffstransport angeliefert.

Auf einem weniger stark genutzten Areal des CTT waren 40 externe Spezialisten gemeinsam mit den Projektleitern der HHLA rund 16 Wochen lang beschäftigt, um die mehr als zehn Baugruppen zu einer Containerbrücke zusammenzusetzen. Als Höhepunkt wurde der 74 Meter lange Ausleger, der über 24 Containerreihen an Deck reicht, mithilfe von zwei Mobilkranen montiert.

Ende November konnte der Verschub zur Kaimauer beginnen. Die beiden jeweils 93 Meter hohen und 2.000 Tonnen schweren Geräte wurden auf spezielle Fördermittel, sogenannte „Self Propelled Modular Trailer" (SPMT), gesetzt. Das sind mehrere Plattformen mit hydraulischem Fahrwerk, deren jeweiliger Antrieb über eine Fernbedienung gesteuert wird. Mit ihrer Hilfe wurden Tragbalken unter die Containerbrücken geschoben.

Die riesigen Krananlagen wurden über angeschweißte Stützkonsolen angehoben. Dann konnten sie langsam über den gesamten Terminal zu ihrem Arbeitsplatz an der Kaimauer gefahren werden. Nebenher ging ein Mitarbeiter einer Spezialfirma, der über eine große Fernsteuerungs-Konsole die Plattformen lenkte. Er kontrollierte jede Bewegung und setzte die Containerbrücke schließlich zentimetergenau auf die Schienen an der Kaimauer.

Am Liegeplatz 5 werden die Anlagen nun eingerichtet und getestet. Schon im Januar 2017 sollen sie einsatzbereit sein und können dann die größten Containerschiffe von bis zu 400 Metern Länge und 60 Metern Breite abfertigen. Der CTT hat bereits drei weitere dieser Containerbrücken bestellt und plant noch für den Herbst 2017 ihre Übernahme.

„Dann wird die neueste Generation der Großcontainerschiffe ohne Einschränkungen den CTT anlaufen und unsere Liegeplätze nutzen können“, sagt CTT-Geschäftsführer Dr. Thomas Koch. Dazu wird auch beitragen, dass im ersten Quartal 2017 die Spitze des Tollerorts abgetragen sein wird, die bislang noch ein Hindernis beim Wenden und Manövrieren von sehr langen Schiffen darstellt.

Schon heute ist die HHLA für die größten Schiffsklassen bestens gerüstet, denn der HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB) verfügt über 13 große Brücken an zwei weiteren Liegeplätzen in Hamburg. 400 Meter lange Schiffe laufen bereits heute Hamburg an, und aus den Schiffsbestellungen der Reedereien geht hervor, dass ihr Anteil in Zukunft schnell wachsen wird. Seit 2008 ist die Zahl der Anläufe der außergewöhnlich großen Fahrzeuge (AGF), also Schiffe mit einer Länge von mehr als 330 Metern und/oder einer Breite von mehr als 45 Metern, im Hamburger Hafen von 621 auf 1.031 (2015) pro Jahr angestiegen. 

 

Fotos & Video zum Artikel
Die neuen Containerbrücken wurden auf dem Container Terminal Tollerort (CTT) montiert.. Ulf Petersen koordiniert den Aufbau für die HHLA. Spezielle Fördermittel, sogenannte SPMT (Self Propelled Modular Trailer) transportieren die Containerbrücken. Die 2.000 Tonnen schweren Geräte werden zentimetergenau auf die Schienen gesetzt. Die Spezialfirma Mammoet führt den Transport über den Terminal durch. Zwei neue Containerbrücken haben ihren Platz an der Kaimauer eingenommen.