Kooperation für mehr Kapazität

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Kooperation für mehr Kapazität

Kooperation und bessere Koordination stärken die Leistungsfähigkeit der Bahnverkehre im Hamburger Hafen. Ein Rangierverbund soll unnötige Rangierfahrten reduzieren und die übergreifende Koordination der Bahnverkehre die Durchlaufzeiten verkürzen.

Mehr als 200 Güterzüge mit insgesamt 5.000 Waggons fahren täglich über die insgesamt etwa 300 Kilometer langen Gleise der Hamburger Hafenbahn. Die Vielzahl von Bewegungen in Europas größtem Eisenbahnhafen erfordert einen hohen Koordinationsaufwand, denn die Kapazität der Gleisanlagen ist trotz ihrer Größe begrenzt. Die Anlagen müssen so effizient wie möglich genutzt werden, damit alle Züge ihr Ziel schnell und reibungslos erreichen.

Zu diesem Zweck hat die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gemeinsam mit der Hamburg Port Authority (HPA) und anderen Unternehmen das Rail Operations Management“ (ROM) aus der Taufe gehoben. Dieses Managementsystem soll unternehmensneutral agieren und die Bahnverkehre übergreifend koordinieren. Die Durchlaufzeiten der Züge im Hamburger Hafen werden dadurch verkürzt.

Koordination und Kooperation sind auch bei anderen Projekten der Schlüssel, um die Leistungsfähigkeit der Hamburger Hinterlandverbindungen zu stärken. Zu diesem Zweck haben sich die größten im Hafen aktiven Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) – unter ihnen die HHLA-Intermodalgesellschaft Metrans – zum Rangiermodell Nordhafen (RaMoNa) zusammengeschlossen.

Bisher fuhr eine Rangierlok, die einen Zug in einen Terminalbahnhof gezogen hatte, häufig ohne Waggons zurück. RaMoNa soll nun verhindern, dass durch diese Leerfahrten die Infrastruktur unnötig blockiert wird. Das neue Modell sieht vor, dass Rangierloks bei der Rückfahrt gleich einen Waggon-Konvoi aus dem Terminal mitnehmen – auch dann, wenn dafür eigentlich die Rangierlok eines anderen EVUs vorgesehen war. Die HHLA unterstützt dieses Projekt, weil alle Beteiligten profitieren, wenn sie zugunsten des Gesamtsystems auf die Durchsetzung von Einzelinteressen verzichten.

Diese Erkenntnis setzt sich im Hamburger Hafen für verschiedene Verkehrsträger immer mehr durch. So ist mit dem Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) eine zentrale Koordinationsstelle für reibungslose Großschiff-, Feeder- und Binnenschiffsverkehre entstanden. Und mit dem geplanten Slotbuchungsverfahren für Lkws verbessert die HHLA die Planbarkeit und Verlässlichkeit von Straßentransporten von und zu den Terminals. Für das Slotbuchungsverfahren stand übrigens die Eisenbahnabfertigung Pate. Dort wird schon seit Langem mit individuell zugewiesenen Zeitfenstern gearbeitet.

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Seehafenbahnhof Alte Süderelbe Bahnhof auf dem HHLA Container Terminal Tollerort (CTT)